Unter dem wohlwollenden Auge der Testleiterin Coco wurde die nicht randomisierte Evidenz-basierte Studie über „Ist Orangenblüten Honig dem der Zitronenblüte ebenbürtig? Und welchen Einfluss hat die Geschmacksrichtung auf das Wohlbefinden der Testbären?“ durchgeführt. Laut Coco stimmen erste Ergebnisse äusserst positiv, wenn nicht gar euphorisierend, und würden demnächst per Twitter kommuniziert. Genauere Ergebnisse würden von den nun für kommende Woche geplanten täglichen Tests mit einer um mindestens 5 Testbären erweiterten Testgruppe erwartet. (SDA - SomazziDepeschenAgentur)

Und es geht noch weiter:

Wie Studienleiterin Coco in der jüngsten Ausgabe von Mangoinside berichtete, erhoffe man sich in der Honig Taskforce mit der massiven Erweiterung der Testgruppe auch neue Erkenntnisse bezüglich Herdenschlecken bzw sogar allfälligem Kreuzschlecken, einem bei einzelgängerisch lebenden Bären ein seltenes, jedoch nicht völlig unbekannten Phänomens.

Update 14.12.2020

Studie abgeschlossen

Wie Honig Taskforce Studienleiterin Coco in der neusten Ausgabe von Mangoinside darlegte, soll das definitive Studienresultat nun vorliegen und demnächst, nach erfolgreicher Peer Review durch die beiden (Honig) unabhängigen Primaten (Jimmy, Gorilla "Silberrücken", wohnhaft in Bern und Judy, Schimpansen Dame, wohnhaft in Morgarten) publiziert werden.
Die in der Ausgangslage gestellte Frage der Ebenbürtigkeit von Orangenblüte zu Zitronenblüte konnte nicht zweifelsfrei beantwortet werden, da der Nachschub an Zitronenblüten Honig nicht gewährleistet werden konnte und sich die Probanden einzig auf Zungen/Gaumen Gedächtnis verlassen mussten.
Der Zufall jedoch wollte es, dass, bedingt durch das jährliche Weihnachtsleckerli Backen ein geschmacklich unauffälliger Bio Honig im wörtlichen Sinn des Wortes eingespiesen werden konnte. Wie nun zweifelsfrei bewiesen werden konnte, fördert Zitrusfrüchteblüten-Geschmack im Gegensatz zum geschmacksunauffälligen Honig das Herdenschlecken SOWIE das Kreuzschlecken. Auf das Einsetzen der mit genügender Nahrungsaufnahme erfolgenden Wintermüdigkeit hatte der Geschmack einen nicht signifikanten Einfluss. Die Schläfrigkeit ergab sich, und auch dies konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden, aus der Gesamtzahl der Kalorien, welche bei allen Geschmacksrichtungen pro Schleck nicht variierte.
Die erfolgreiche Studie macht Hoffnung!

Wir versuchen, auf dieser Seite Studienleiterin Coco noch zu einem Interview zu bewegen - bleiben Sie dran, wir tun es auch!

Interview

01.01.2021

Endlich konnte ich Studienleiterin Coco zwischen zwei Schwüngen und vor dem täglichen Nestbauen erreichen. Da es draussen kalt (um nicht zu sagen: arschkalt) und ungastlich ist, ist Coco nicht mehr im Treeoffice anzutreffen und die Interview Anfrage gestaltete sich deshalb viel schwieriger als erwartet.

Wie hast du das Neue Jahr angefangen, Coco?

Nun, als erstes möchte ich hier festhalten, dass das Jahr nur für euch Menschen neu beginnt. Erstens ist unsere Zeitrechnung um ein Jahr, ein Monat, ein Tag und eine Stunde nach hinten verschoben im Vergleich zu euch und zweitens verstehen wir das Jahr als Kreis(-lauf) und ein Kreis hat weder einen Anfang noch ein Ende. Infolgedessen beginnt für mich das Jahr nicht neu sondern es geht einfach weiter.

Sehr interessant, Coco, das ist ja schon richtig philosophisch und ich hätte eher ein Naturwissenschaftliches Statement von dir als Studienleiterin der Honig Taskforce erwartet...

Moment, Moment, da muss ich erst auf den Begriff Naturwissenschaft näher eingehen. Mit dem "Schaffen" aus dem dem Wort "Wissenschaft" habe ich etwas Mühe, da "Schaffen" mit Arbeit und damit für viele negativ konnotiert ist. Ich bevorzuge daher eher das Wort Genuss. Ich bin der Meinung, dass man Wissen geniessen soll und spreche deshalb lieber von "Wissengenuss". Ich selber betrachte mich auch als (promovierte*, *Anmerkung der Redaktion) Naturwissengeniesserin. Es ist mir im übrigen bewusst, dass je nach (politischer) Ausrichtung (rechts) "Wissen" oder (links) eben "Arbeit" eine negative Konnotation haben kann. Da Wissen auch Genuss ist, könnte man (rechts) von "Genussschaft", (links) von "Wissengenuss" oder politisch neutral von "Genussgenuss" sprechen - ich würde mich in dem Fall als "Naturgenussgeniesserin" bezeichnen. Das ist jedoch lediglich im Umgang mit Menschen so furchtbar kompliziert, wir Tiere nehmen es diesbezüglich gerne einfach.

Danke für die erklärenden Worte, Coco. Nun interessieren mich und auch unsere LeserInnen natürlich noch die "Insides" von eurer erfolgreichen Studie. Wie war eure Zusammenarbeit? Was waren deine persönlichen Highlights?

Also erstmal: wir hatten es ausserordentlich gut zusammen. Der Austausch zwischen Wissenschaftlern kann ja speziell bei euch Menschen oft nicht ganz unproblematisch sein, da ein eigentlicher Publikations - Wettbewerb besteht (früher: wer publiziert überhaupt und mehr in "Nature", heute: wer setzt mehr Tweets ab). Bei uns Genussgeniessern gehts halt dann doch um relevantere Dinge wie mich dünkt. Die Zusammenarbeit, bzw auch hier sollten wir Arbeit ersetzen und von Zusammengenuss sprechen, war nicht nur gut sondern auch äusserst lecker. Mit den Testbären hatten wir eine Gruppe wahrer Honigschleckspezialisten zur Verfügung. Kein Schleck war ihnen zu viel! Es war für uns alle wunderbar, diesen ausserordentlichen Einsatz und auch das zufriedene Gesicht nach dem letzten Schleck erleben zu dürfen.
Sodeli, nun muss ich aber das Interview beenden, der Tag ist nur noch kurz und mein Nest ist noch nicht gebaut für heute Nacht.

Vielen Dank, Coco, für das tolle Interview. Ich wünsche dir einen guten Nestbau und wir alle hoffen, dass es bald wieder eine so spannende Studie geben wird!